Makellose Brillanz

Einen Kammermusikabend der Extraklasse boten Oscar Bohorquez-Violine und Johann Bohorquez-Violoncello im gut besuchten Konzertsaal der Musikschule Waghäusel-Hambrücken.

Mit dem Duo für Violine und Cello Nr. 3 A-Dur von Alessandro Rolla war gleich zu Beginn ein furioser Auftakt gesetzt.

Erzmusikantisch zeigten die beiden Künstler ihre souveräne Virtuosität, die vor allem im letzten Satz dem Rondo-Allegro mosso brillierte.

Johann Bohorquez zelebrierte die Suite Nr. 1 BWV 1007 G-Dur für Violoncello Solo mit ungewöhnlicher Agogik und frischen Tempi. Die freie Formulierung der musikalischen Phrasen leuchtete die Tiefe dieses Meisterwerkes auf beeindruckende Weise aus.

Gleichermaßen überzeugend war die Interpretation der Partita Nr. 3 BWV 1006 für Violine Solo durch Oscar Bohorquez.

Die musikalischen Bögen waren klar strukturiert und feine Nuancen in der Tongebung sehr gut ausgehört. Dazu kommt mit seiner Guadanini „Grand Dame“ ein Instrument, das seinen feinen Klangsinn mit großer Brillanz erstrahlen ließ.

Abschließend waren die Beiden wieder als Duo zu hören mit einer Bearbeitung der Passcaglia g-moll von Georg-Friedrich Händel.

Der Arrangeur Johan Halvorsen (1864-1935) rückte dieses barocke Stück in einen romantischen Zusammenhang und verwendete ein Maß an Virtuosität und aberwitzigen Tempi, wie man es von Paganini gewohnt ist. Händel jedenfalls wäre sicher erstaunt über diese Bearbeitung gewesen. Die beiden Musiker zündeten mit diesem Stück ein derartiges musikalisches Feuerwerk, dass sich eine Zugabe verbat, weil eine Steigerung nicht mehr möglich war. Das Publikum jedenfalls war restlos begeistert.

Oscar Bohorquez informierte das Publikum am Ende darüber, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche alte italienische Geige gehört hatten, sondern dass der Bogen ebenso besonders war, nämlich ein Tourte-Bogen aus der Kollektion von Yehudi Menuhin, einem der ganz großen Geiger des 20. Jahrhunderts.