Musikangebote für Kinder im Vorschulalter



Warum Musik ? Was bringt das für die Kinder ? 

Musik spricht die meisten Kinder unmittelbar an, sie haben Spaß beim Musizieren. Dabei trainieren sie automatisch Motorik, Koordination, Konzentration und Interaktion. Beim Musizieren sind die Kinder auf der körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Ebene aktiv.

Musizieren fördert Selbstausdruck und Kreativität. Durch regelmäßiges Musizieren und das Angebot qualitativ guter Musik wird eine gesunde, sanfte, sachte Vorwärtsbewegung in der Entwicklung des Kindes ausgelöst. Es entsteht kein Leistungsdruck von außen, da die Musik selbst das Ziel ist.

Ein Pilotprojekt des Landesverbandes der Musikschulen Baden Württemberg (LVdM), bei dem Kindergartenkinder über zwei Jahr wöchentlich Elementaren Musikunterricht bekamen erbrachte den Beleg, dass elementares Musizieren die Schulfähigkeit signifikant steigern konnte.

Doch aktives Musikzieren hat seinen Wert in sich, im Tun. Seine Qualität liegt auch nicht in der Komplexität oder Virtuosität, sondern in der Verbundenheit (Authentizität) und Präsens des musizierenden Kindes. Kinder haben noch einen unverfälschten Zugang zur Musik und ihrer schöpferischen Kraft.

 

Macht es überhaupt Sinn, so früh mit Musikunterricht zu beginnen ?

Es macht Sinn, aber es kommt darauf an, wie dieser Unterricht aussieht. Der Musikpsychologe und –pädagoge Prof. Edwin Gordon von der University of South Carolina hat in seinen Forschungen nachgewiesen, dass das musikalische Lernpotenzial in den ersten drei Lebensjahren am größten ist. Das Hören steht zunächst im Mittelpunkt. Hören ist der erste Sinn, der im Mutterleib funktionsfähig ist, die Ohren liefern uns die ersten Eindrücke von der Welt. Beim Hören sind die Kinder keineswegs passiv, Musikhören ist ein komplexer geistiger Vorgang, der verschiedenen Hirnbereiche aktiviert und vernetzt.Die Kinder nehmen durch vielfältige musikalische Angebote intuitiv musikalische Grundmuster auf. Auf diesen Grundmustern baut sich dann langsam die eigene musikalische Aktivität auf. Dabei ist am Anfang das Experimentieren und Ausprobieren wichtiger als Reproduzieren. Nur wer viele Möglichkeiten ausprobieren darf, kann ein Gespür dafür entwickeln, welche die beste ist. Das Können entwickelt sich mit der Zeit je nach Tempo des Kindes durch das Tun.

 

Was wird eigentlich gemacht ?

Elementarer Musikunterricht umfasst sechs Themenfelder:

Singen und Sprechen – die Stimme ist unser erstes und unverwechselbares Instrument. Die Inhalte umfassen alle Möglichkeiten mit ihr zu musizieren vom rituellen Singen des Begrüßungsliedes über Stimmbildung und Sprechverse bis zu Stimm – und Sprachimprovisationen.

Bewegung und Tanzen – der Körper ist ebenfalls ein Instrument, mit dem wir musizieren und Musik gestalten, in Form von Bodypercussion, Spielen zu Impulskontrolle und Körperwahrnehmung, Bewegungsgestaltung zu Musik, Materialerfahrungen und strukturierten Tänzen.

Hören – damit beginnt Musizieren. Wir öffnen unsere Ohren durch verschiedene Angebote zur Sensibilisierung durch Klänge von Instrumenten und Höraufgaben mit vielfältigen Klängen und Geräuschen. Auch die Stille gehört zur Musik.

 Instrumentalspiel – Schon die Kleinen sind von den unterschiedlichen Klängen unseres Instrumentariums gefesselt. Es umfasst neben den Stabspielen (Xylophon, Glockenspiel etc.) diverse Trommeln und anderes Schlagwerk, einfache Blasinstrumente aber auch exotische Dinge wie Oceandrum oder Monochord.

Beim elementaren Instrumentalspiel erleben die Kinder unmittelbar, wie Klänge entstehen. Sie können sich spontan musikalisch ausdrücken, Geschichten oder Bilder in Musik umsetzen oder Lieder begleiten.

Motorik und Koordination sind dabei ebenso gefordert wie Hören und Konzentration. Die Motivation der Kinder ergibt sich aus dem hohen Aufforderungscharakter der Instrumente und dem direkten Klangerlebnis.

Instrumenteninformation und Instrumentenbau – Elementare Musik ist eine eigene Kunstform, unabhängig von der weiteren musikalischen Biografie der Kinder hat sie ihren Wert in sich selbst. Daneben versteht sich unser Angebot aber auch als Vorbereitung auf den Instrumentalunterricht oder Chor‐ und Orchesteraktivität. Daher findet im letzten Jahr der musikalischen Früherziehung ausführliche Instrumenteninformation statt, bei der in der Regel Fachlehrer eingeladen werden, die da jeweilige Instrument vorstellen, vorspielen und die Kinder beim Ausprobieren auf Kinderinstrumenten anleiten. So bekommen die Kinder einen Überblick über die verschiedenen Instrumente. Wenn sie das noch vertiefen wollen, bietet sich das Orientierungsjahr an, bei dem jedes Instrument noch ausführlicher über mehrere Stunden hinweg ausprobiert werden kann.

Zu diesem Bereich gehört auch der Instrumentenbau. Beim Selbstbau von Musikinstrumenten werden die unterschiedlichen Möglichkeiten der Klangerzeugung (schlagen, blasen, zupfen usw.) anschaulich klar. Die selbstgebauten Instrumente laden zum Experimentieren ein und bereiten auf den Umgang mit weitern Instrumenten vor.

Musiklehre – In diesem Feld werden Inhalte wie musikalische Parameter (Tonhöhe, Lautstärke, Tempo, Klangfarbe...), grafische Notation, Rhythmusnotation, Formen... spielerisch erfahren und schrittweise bewusst gemacht.

 

Welches Konzept steht dahinter ?

Aufgrund der Qualifikation der Lehrkräfte (Hochschulstudium und langjährige Erfahrung) sind wir konzeptionell unabhängig und gehen individuell auf die Gruppen ein. Wir sehen es als Teil unserer Arbeit unterschiedliche Konzepte und Lehrwerke zu studieren und zu bewerten, aber keines ausschließlich zu verwenden. Festschreibung von Methoden oder gar Inhalten konterkariert Musikunterricht, der nur in der Dynamik der Beziehung zwischen, Lehrer, Schülern und Musik lebendig bleibt.

Kinder bis 7 Jahre lernen auf der sensomotorischen Ebene, weniger auf der geistigen. Daher sind konkrete Inhalte und Materialien wichtig, Erfahrungen machen ist wichtiger als Erklärungen (erleben – erkennen – benennen). 

Beziehung steht für Kinder an erster Stelle. Kinder lernen am besten im Kontakt mit Personen, nicht über Medien.

Kinder lernen im Spiel. Spielthemen verbinden ganz natürlich Bewegung, Phantasie und Interaktion, die Kinder tauchen in die Inhalte ein. Inhalte sprechen Bewegung /Körpergefühl, Emotion und Verstand an.

Inhalte und Methoden dürfen die Kinder weder unter‐ noch überfordern und sind dem Alter angepasst. Dennoch besteht inhaltliche Kohärenz, dieselben Inhalte können nach einem Jahr noch einmal auf einem höheren Niveau behandelt werden.

 

Was spielen die Eltern für eine Rolle ? 

Für kleine Kinder sind die Eltern die wichtigsten Vorbilder. Das musikalische Können der Eltern ist dabei viel weniger ausschlaggebend als ihre Begeisterungsfähigkeit für Musik. In den Eltern‐Kind‐ Gruppen bekommen die Eltern einen reichen Schatz an Liedern, Fingerversen uvm. mit nach Hause in der Hoffnung, dass sie damit frei und ungezwungen im Alltag weiterspielen. Auch wenn die Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Gruppe begleiten, ist ihr Interesse und ihre Anteilnahme entscheidend. Daher werden sie regelmäßig über die Inhalte informiert.

 

Wie sieht das konkrete Angebot aus?

Wir bieten durchgehende, aufeinander aufbauende Gruppen an. Durch den Schwerpunkt auf dem Tun und Erleben kann ein Kind aber jederzeit einsteigen. Es können jederzeit neue Gruppen entstehen.

ElternKindGruppen: Für Kinder ab 8 bis 36 Monate , begleitet von einem Eltern oder Großelternteil.

  • Bewusstes Wahrnehmen von Geräuschen, Klängen, Musik und Stille
  • Tanz und Bewegung zu Musik
  • Instrumente ausprobieren
  • Fingerverse, Kniereiter, Bewegungslieder uvm.

 

Musikalische Früherziehung (MFE): Für Kinder ab 3, 4 oder 5 Jahre

  • Elementares Instrumentalspiel
  • Rhythmussprache zum Kennenlernen von rhythmischen Grundelementen
  • Benennen der Töne der Tonleiter (relative Solmisation)
  • Tanz und Bewegungsspiele zu Musik

 

Orientierungsjahr: Für Kinder ab 5 oder 6 Jahre 

  • Vorstellen der einzelnen Instrumente durch Fachlehrer
  • Angeleitetes Ausprobieren der Instrumente
  • Vermittlung von Notenwerten, Tonleitern und stimmbildnerischen Elementen

  

Viele Kinder haben durch das Projekt "Singen – Bewegen – Sprechen" bereits Musikunterricht im Kindergarten.
Wird dort das gleiche gemacht, wie in der Musikschule ?
 

Es gibt inhaltliche Überschneidungen, zum Beispiel kann dasselbe Lied in beiden Angeboten gesungen werden. Aber EMP geht weiter, legt mehr Gewicht auf musikalische Inhalte, schon weil sie sich zum Teil als Vorbereitung auf Instrumentalunterricht versteht. Aufgrund kleinerer Gruppen und der reichhaltigeren Ausstattung in der Musikschule setzen wir in der Musikschule mehr Instrumente ein. Instrumentenvorführung durch Fachlehrer ist im Kindergarten ebenso wenig vorgesehen wie Solmisation oder Rhythmusnotation. Dort liegt der Schwerpunkt mehr auf dem unterstützenden Einsatz der Musik zur Förderung der Schulfähigkeit. 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne 
unter der Rufnummer 07254 /985980 zur Verfügung!

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