Zu einem ungewöhnlichen Flötenkonzert unter dem Motto „Flöte kreuz und quer“hatte die Flötenlehrerin der Musikschule Waghäusel-Hambrücken Ute Widdermann eingeladen, die sich mit diesem Konzert einen lang gehagten Wunsch erfüllte mit ehemaligen und aktuellen Schülern gemeinsam zu musizieren.

Nachdem Ute Widdermann die zahlreichen Gäste begrüßt hatte, eröffnete das Ensemble „Flautissima“ mit der Flute Fanfaria von M. Lauf, jr. das Programm. Bemerkenswert bei diesem Ensemble ist die Tatsache, dass die meisten Spielerinnen Bundespreisträger aus dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ sind und alle in der Musikschule Waghäusel groß geworden sind.

Das junge Ensemble stellte sich beim Konzert mit dem Concerto Nr. 1 von J.J. Molter vor ,bei dem Charlotte Kramer den Cellopart übernahm..

Die Einzel-und Duobeiträge der Ehemaligen und älteren Schülerinnen bildeten die nächsten Programmpunkte. So bot Sophia Knebel einfühlsam das Adagio aus der Sonate E-Dur von J.S. Bach, gefolgt von „Schäfers Klage“ aus dem Trio von C.M. Weber, das die Schwestern Maria und Charlotte Kramer gemeinsam mit Alexander Burghardt am Klavier im perfekten Zusammenspiel darboten. Die anschließenden Serenade von Kember für zwei Flöten und Klavier meisterten die jungen Flötistinnen Lilien Kettenmann und Maya Lotz mit Bravour zusammen mit A.Burghardt, der auch beim folgenden Divertissment Grec von Gaubert am Klavier saß.

Dieses Stück ist ein selten gehörtes Kleinod der Flötenliteratur. Es war faszinierend zu hören, wie sehr sich dabei der Flötenklang der beiden Solistinnen Janine Brunner und Rebecca Werding miteinander verschmolz.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt des Konzertes der Meinung war, die Querflöte sei ausschließlich ein hoch klingendes Instrument, wurde nun gründlich eines Besseren belehrt. Denn in einer nie zuvor gewesenen Besetzung mit drei Bassflöten und einer Kontrabassflöte erklangen „Amazing Grace“ und ein altfranzösischerTanz. Sowohl die Musikerinnen Tabea Palmer, Sophia Knebel, Katharina Schröter und Ute Widdermann als auch die Zuhörer genossen den warmen und tiefen Sound dieser besonderen Instrumente.

Die reizvolle Kombination von Querflöte und Marimbaphon war als nächstes beim Libertango von A. Piazolla zu hören, rhythmisch pointiert und mitreißend dargeboten von Lea Burkard und Michael Schöner als Percussionist.

Ein weiterer Höhepunkt war das junge Ensemble mit dem schwungvollen „Toot Sweet“ von C. Evans, ergänzt mit Klavier (Til Steinhauer) und Percussion (Samuel Willi, Daniel Boxberger), die den zusätzlichen Groove beisteuerten, sowie den Titanic Klassiker „My Heart will go on“, dessen Gesangspart wunderbar einfühlsam von der jungen Marlene Nickler dargeboten wurde.

Nach der Pause ging es weiter mit dem Ensemble „Flautissima“,das zwei Werke der englischen Komponisten K. Jenkins und J. Rutter zu Gehör brachte. Die gekonnte Verarbeitung von traditionellem Volksliedgut in ihren Kompositionen ist vielen englischen Komponisten zueigen und dem Ensemble gelang es hervorragend diese Melodien in ihrer schönen Schlichtheit und Klarheit herauszuarbeiten und in einen Gesamtklang einzubetten.

Als nächstes spielte Tanja Feth das Allegretto aus der „Hamburger Sonate“ von C. Ph. E. Bach. Ihr musikalisch ausgereifter Vortrag brachte ihr viel Beifall ein. Mit der „Cortege“ aus der „Petite Suite“ und „Partida“ aus den „Voices of Venezuela“ bot das Quintett bestehend aus Katharina Schröter, Angelina Flohr, Maria Kramer, Sophia Knebel und Ute Widdermann dem Publikum einen ganz besonderen Hörgenuss, denn all Spielerinnen verschmolzen so sehr zu einer klanglichen und rhythmischen Einheit, wie man es selten erlebt. Die Lehrjahre bei Ute Widdermann ließen grüßen.

Anschließend verzauberte Angelina Flohr mit dem langsamen Satz aus dem Piccolokonzert von Stephenson das Publikum. Die Vielseitigkeit der Musikerinnen zeigt sich einmal mehr im nächsten Beitrag, bei dem die Querflötistinnen Tabea Palmer und Sophia Knebel den Gesangspart von „Tears in heaven“ übernahmen begleitet vom Ensemble „Flautissima“.

Einen besonderen Akzent setzte die Interpretation der beiden Sätze „Morgenstimmung „und „Halle des Bergkönigs“ aus der Peer Gynt Suite, dargeboten vom großen Ensemble „Flautissima“, das noch einmal alle Register seines Könnens zeigte und mit einem reichen Klangspektrum das niveauvolle Konzert beendete.

Begeisterter Applaus brachte noch einmal alle Mitwirkende auf die Bühne, die das Publikum mit einer gemeinsamen Zugabe auf den Heimweg schickte, nachdem sich Ute Widdermann sichtlich beeindruckt bei allen Mitwirkenden und insbesonders auch beim KlavierbegleiterAlexander Burghardt, für diesen unvergesslichen Konzertabend bedankt hatte.